Norm R129/03 – die neuste Sicherheitsnorm für Kindersitze

Die neuen Autositzmodelle, die jetzt zum Verkauf angeboten werden, werden als konform mit der Norm R129 / 03 beschrieben. Was bedeutet das? Welche Funktionalitäten muss der Kindersitz haben, um ihren Anforderungen gerecht zu werden? Unsere Antwort lautet!

UN R129/03

UN-Norm R129 – was ist das?

UN R129 ist die im Jahr 2013 von der Europäischen Wirtschaftskommission (UNECE) entwickelte europäische Sicherheitsnorm für Kindersitze. Eswurde entwickelt, um das Schutzniveau zu erhöhen, das der Sitz dem Kind während der Fahrt bieten muss. Außerdem soll es den Eltern die Auswahl des richtigen Modells und seinen Einbau ins Auto erleichtern.

Der Prozess seiner Einführung gliederte sich in drei Phasen. Letztendlich wird die R129-Norm ab September 2023 gelten – dann wird sie die bestehende ECE R44/04 Zulassung komplett ersetzen. Ab 2024 werden nur noch nach den neuen Vorschriften zugelassene Kindersitze zum Verkauf angeboten.

Norm R129 gegen Norm R44: Was hat sich geändert?

Und warum wurden neue Vorschriften ausgearbeitet, anstatt die bestehenden zu verbessern? Die Norm R44 wurde 2001 eingeführt und obwohl sie in den letzten 20 Jahren mehrfach aktualisiert wurde, entsprach sie immer noch nicht den sich ändernden Sicherheitsstandards. Wie Tests unabhängiger Forschungsinstitute wie ADAC oder ÖAMTC bewiesen haben, haben nach deren Vorschriften zum Verkauf zugelassene Kindersitze kein ausreichendes Schutzniveau für Kinder garantiert.

Tatsächlich haben viele Modelle in Sicherheitsstudien gute Noten bekommen – aber nur, weil die Hersteller in ihnen Lösungen verwendeten haben, die um ein Vielfaches über dem von der Norm vorgeschriebenen Minimum lagen.

Die Norm R44 erwies sich schnell als unzureichend. Ihre Bestimmungen entsprachen nicht den neuesten Sicherheitssystemen in Autos und den Ergebnissen von Crashtests, bei denen die Biomechanik der Verletzungen untersucht wurde, welche die Kinder bei Unfällen und Stößen erleiden können. Daher wurde es notwendig, einen neuen Zulassungsstandard für Kindersitze zu entwickeln.

Wie unterscheidet sich R129 von R44? Die Unterschiede sind wesentlich:

  • UN-Norm R129 führt die Klassifizierung von Kindersitzen nach der Körpergröße des Kindes ein – Bisher galt ein unzuverlässiges Gewichtungskriterium.
  • UN R129 prüft neben Frontalaufprall auch Seitenaufprälle (R44 nur frontal).
  • In Crashtests, die unter der neuen Zulassung durchgeführt werden, verwendet man moderne Testpuppen vom Typ Q, welche die Körperstruktur des Kindes besser widerspiegeln und dank empfindlicherer Sensoren eine genauere Messung der Belastungen ermöglichen, die bei einem plötzlichen Verkehrsunfall auf den Sitz einwirken.
  • Die neue Norm R129 verlängert die vorgeschriebene Zeit für die rückwärtsgerichtete Beförderung des Kindes bis zum Alter des Kindes von 15 Monaten.

Ziel dieser Änderungen war es, die Sicherheit von Kindern bei Seitenkollisionen zu verbessern, das Auftreten schwerer Kopf- und Nackenverletzungen zu reduzieren und die Montage der Kindersitze zu vereinfachen.

R129 / 01 oder i-Size

Wie bereits erwähnt, wurde die Umsetzung der Norm R129 in 3 Phasen unterteilt. Die erste Phase begann 2013 und umfasste ISOFIX-Kindersitze mit internen Gurten, bestimmt für Kinder bis zu einer Körpergröße von 105 cm.

Eines der Ziele bei der Umsetzung der neuen Vorschriften war die Systematisierung der Methode zum Einbau von Kindersitzen. Die Tests zeigten eine beunruhigende Regelmäßigkeit – bei 48 % der Verkehrsunfälle, bei denen Kinder tödlich verletzt wurden, wurden die Kindersitze falsch eingebaut. ISOFIX sollte das Problem der sogenannten missbräuchlichen Verwendung, d. h. Montagefehler lösen.

Die Norm R129 sollte auch einen besseren Einbau von Kindersitzen in Autos garantieren. Dazu wurde i-Size eingeführt – ein Standard, der garantiert, dass ein Kindersitz dieser Kategorie an allen Stellen im Fahrzeug, die eine solche Kennzeichnung aufweisen, ordnungsgemäß eingebaut werden kann. Der Name i-Size verbreitete sich so sehr, dass bald die gesamte Norm R129 so bezeichnet wurde. Das ist ein Fehler – i-Size ist nur ein Teil der breiteren Regulierung.

In dieser Phase wurde auch ein Größenkriterium eingeführt, welches das Gewichtskriterium bei der Klassifizierung von Kindersitzen ersetzte.

R129 / 02

Im Jahr 2017 wurde die Norm R129 um Kindersitze für ältere Kinder erweitert (mit einer Größe von 105 bis 150 cm), die mit dem Sicherheitsgurt und mit ISOFIX im Auto befestigt werden. Die bisherige Kategorie 15–36 kg wurde durch die Klassifizierung 105–150 cm ersetzt. Außerdem wurden zwei neue Arten von Kindersitzen eingeführt:

  • universelle Art bis 44 cm breit (i-Size konform)
  • Besondere (fahrzeugspezifischer Booster 100–150 cm) bis zu 52 cm breit, vorgesehen für den Einsatz in bestimmten Automodellen.

R129 / 03

Die dritte Phase der Zulassungsphase R129 (R129/03) hat im Dezember 2018 begonnen. Es handelte sich um mit einem Sicherheitsgurt befestigte Kindersitze – bei Modellen dieser Art müssen die Hersteller diese grünen Gurtführungen verwenden. Diese Lösung soll Eltern den korrekten Einbau des Kindersitzes erleichtern. Unser neuer Kindersitz Avionaut MaxSpace Comfort System + ist beispielsweise bereits mit grünen Gurtführungen ausgestattet.

Darüber hinaus erlaubt die R129/03-Zulassung die Kindersitze der „ehemaligen“ 9-36 kg -Kategorie zu kaufen, sofern sie mit ISOFIX montiert und mit einem Top Tether-Stabilisierungsbein ausgestattet sind. Bis das Kind eine Körpergröße von 105 cm erreicht, muss das Kind in einem solchen Kindersitz mit innenliegenden Fünfpunktgurten angeschnallt werden.

Im Falle der Kindersitze halten die Vorschriften, wie so oft, nicht mit der Realität und den Möglichkeiten der modernen Technik Schritt. Erfreulicherweise gelten die neuen Vorschriften der Norm R129 bald vollständig, ersetzen die bestehende, etwas undichte R44-Zulassung und erhöhen die Sicherheit der kleinsten Reisenden.

Autor:

Avionaut-Experte

Veröffentlicht: 3/8/2022

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