RWF oder FWF – welcher Sitz ist sicherer?

Untersuchungen haben gezeigt, dass das Fahren auf einem entgegen der Fahrtrichtung gerichteten Sitz (RWF) für einen kleinen Passagier bis zu fünfmal sicherer als auf in Fahrtrichtung gerichteten Sitz (FWF) ist. Schweden, die großen Wert auf die Verkehrssicherheit legen, erkennen keine andere Möglichkeit an, Kinder zu transportieren – in Skandinavien fahren sogar 4- oder 5-Jährige rückwärts. Die Ergebnisse der Anwendung dieser Philosophie lassen sich in der Statistik ablesen: Schweden steht seit Jahren weltweit an erster Stelle, wenn es um die Sicherheit von Kindern beim Autofahren geht.

Warum ist es sicherer, wenn das Kind rückwärts fährt? 

Das liegt an … der Anatomie und den Gesetzen in der Physik. Zuallererst lohnt es sich zu erkennen, wie sehr sich der Körper eines Kindes von dem eines Erwachsenen unterscheidet. Der Kopf eines 9 Monate alten Kleinkindes kann bis zu 25% seines Gesamtgewichts ausmachen – bei einem Erwachsenen sind es nur 6%. Gleichzeitig entwickelt sich die Wirbelsäule eines solchen Kleinkindes gerade erst: seine Wirbel sind noch nicht sehr stark, denn die meisten bestehen aus dehnbarem Knorpel.

Bei einer Kollision oder plötzlichen Bremsung sind die Körper der Passagiere enormen Überlastungen ausgesetzt. Die Erwachsenen auf den Vordersitzen werden durch eine starke Nackenmuskulatur sowie Gurte und Airbags geschützt. Für ein Kind, das in einem nach vorne gerichteten Autositz sitzt, ist dieser Schutz viel geringer. Ja, sein Oberkörper wird im Sitzgurt gehalten, aber der Kopf bewegt sich unkontrolliert nach vorne, weil die Nackenmuskulatur ihn nicht halten kann. Dies kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen führen: Bänderrisse der Wirbelsäule bis hin zu Schäden am Rückenmark.

Wenn ein Kleinkind in einem rückwärts gerichteten Sitz RWF reist, werden die Kräfte, die bei einem Unfall auf seinen Körper einwirken, völlig anders verteilt. Die Belastung von Nacken und Kopf des Kindes ist dann viel geringer, da der gesamte Kraft von der Kopfstütze und der Rückenlehne des Sitzes aufgenommen wird.

Verkehrssicherheitsexperten empfehlen, dass Kleinkinder bis zu einem Alter von 4 Jahren rückwärts fahren. Ca. am vierten Geburtstag verändert sich der Körper des Kindes: Der Kopf macht keinen so großen Anteil an der Körpermasse aus, Muskeln, Bänder und Halswirbel werden spürbar stärker. Erst dann können Sie darüber nachdenken, den Sitz auf ein nach vorne gerichtetes Modell umzubauen, obwohl Ihr Kleinkind natürlich, wenn es nicht aus dem Sitz RWF herausgewachsen ist, trotzdem darin reisen kann (und sogar sollte!).

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