Das Baby im Zug, Bus, Taxi und der U-Bahn – wie transportiert man Kinder sicher im öffentlichen Verkehr?

Das Reisen mit einem Kind begrenzt sich nicht nur auf Fahrten mit eigenem Auto, sondern umfasst auch Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Leider ist das Reisen mit Bus, Straßenbahn oder Zug für viele Eltern mit hohem Stress verbunden. Sie überlegen, wie es sich problemlos und sicher machen lässt? Sie erfahren alles aus unserem Artikel!

Sicherer Transport des Kindes im öffentlichen Verkehr

Erstens gibt es kurze Strecken in der Stadt. In der U-Bahn, im Bus oder in der Straßenbahn transportiert man ein Baby am besten im Kinderwagen, damit aber die Fahrt wirklich sicher wird, müssen man einige einfache Regeln beachtet werden. Vor allem soll der Kinderwagen nie quer zur Fahrtrichtung stehen, weil er in dieser Position am wenigsten stabil ist. Ein Buggy wird mit der Rückenlehne in Fahrtrichtung und ein Gondelwagen vorwärts gestellt. Während der Fahrt betätigt man die Bremse und der Kinderwagen soll in dem dazu vorgesehenem Platz gestellt werden. Im Durchgang gelassen, erschwert er anderen Menschen die Bewegung und kann Gefahr sowohl für das Kind als andere Passagiere schaffen.

Vor dem Betreten des Fahrzeugs muss man sich vergewissern, ob das Kind korrekt angeschnallt ist, und während der Fahrt soll der Kinderwagen am Griff gehalten werden, um ihn zu stabilisieren. Auch das Ein- und Aussteigen verlangt Achtung. Beim Einstieg in den Bus, die U-Bahn oder Straßenbahn empfiehlt es sich, den Kinderwagen vor sich zu schieben und beim Aussteigen sich rückwärts zu bewegen (zuerst steigt der Erwachsene aus, der den Kinderwagen aus dem Inneren des Fahrzeugs ausführt). Sonst könnte das Kind nach vorne herausfallen oder die Vorderräder könnten in der Lücke zwischen Schwelle und Bordstein steckenbleiben.

In letzter Zeit ist das Reisen mit Kind einfacher geworden, weil (zumindest in Großstädten) Niederflurfahrzeuge fast schon Standard sind. Viele Busse haben auch die Funktion einer Bodensenkung, um einer Person mit Kinderwagen den Einstieg zu erleichtern. Der Fahrer soll in diesem Fall mit einem speziellen Knopf informiert werden, dass man Ein- oder Aussteigen will. Man soll auch daran denken, dass der Platz zum Transport von Kinderwagen am nächsten der zweiten Tür (von Vorne gerechnet) liegt. Man erkennt sie am Aufkleber mit entsprechendem Piktogramm.

Kind im Taxi

Gemäß den Vorschriften darf ein Kind in einem lizenzierten Taxi ohne Autokindersitz transportiert werden, bei der sog. Personenbeförderung (z. B. Uber, Bolt) ist er jedoch erforderlich. Vorschriftsmäßig ist aber nicht immer sicher. Eine Taxifahrt unterscheidet sich ja nicht von einer Fahrt in einem Privatwagen, und die Ergebnisse der Crashtests lassen keinen Zweifel, das ein ohne Sitz transportiertes Kind gefährdet ist. Bei Babys wird Mitnahme einer Babyschale empfohlen, die mit Gurten im Taxi befestigt werden sollte. Bei älteren Kindern wird es etwas komplizierter, denn es ist kaum vorstellbar, dass Eltern einen Autokindersitz mitbringen. In einer solchen Situation ist es also am besten, Dienste solcher Taxiunternehmen zu nutzen, die entsprechend ausgestattete Autos anbieten. Leider bietet nicht jede Firma diesen Dienst, Bedarf an einen Autokindersitz muss meistens im voraus – mehrere  Stunden oder sogar einen Tag ß gemeldet werden, es kann sich auch erweisen, dass die Fahrt etwas teurer wird.

Längere Strecken mit Kind – im Zug und im Bus

Wie bei Taxis besteht auch bei der Bahn und im Fernbus keine Kindersitzpflicht, leider ist aber dort der Transport eines Kindes im Kinderwagen oft erschwert oder gar unmöglich. Wie soll man sich also absichern? Heutzutage haben die meisten nationalen und internationalen Busse Sicherheitsgurte, mit denen eine Babyschale befestigt werden kann, sie sollte am besten mitgenommen werden. Einige Transportunternehmen bieten Autokindersitze für ältere Kinder als Sonderleistung, aber leider ist es noch kein Standard.

In der Bahn kann ein Kind theoretisch in abgenommener Wanne transportiert werden, in der Praxis gibt es aber dafür selten genügend Platz. Meistens ist der Radabstand eines Kinderwagens zu groß, um zum Platz oder Abteil zu fahren, der Wagen muss also im Gepäckraum an der Tür bleiben. Hier hilft wieder die Babyschale, in der man das Kind bequem tragen und auf einem freien Sitzplatz zum Schlafen legen kann. Man muss sich aber im Voraus vergewissern, ob solche Beförderung eines Kleinkindes nicht gebührenpflichtig ist.

Viele Bahnlinien versuchen, den Bedürfnisse von Reisenden mit Kindern entgegenzukommen, und bieten Familienabteile an, wo die Platzverhältnisse etwas besser sind. In den Jahreszeiten, wo Züge mehr ausgelastet sind, empfiehlt sich natürlich, sie rechtzeitig zu buchen, weil sie sehr gefragt sind. Meistens sind auch die Reservierungen leider nur an der Bahnhofskasse möglich, selten geht das über das Internet!

Zum Schluss Wiederholung eines wichtigen Hinweises! Kinderärzte empfehlen, dass Babys höchstens 2 Stunden täglich in einer Babyschale verbringen sollten. Bei längeren Fahrten sind Pausen sehr wichtig, weil der Körperbau eines Babys sich noch deutlich von dem eines Erwachsenen unterscheidet.  Standardmäßig wird empfohlen, das Kleinkind höchstens 2 Stunden in der Schale zu befördern, dann eine Pause von z. B. 20 Minuten zu machen. Natürlich nicht auf die Sekunde genau – Vorrang hat Aufrechterhaltung des normalen Schlafrhythmus des Babys. Wenn die Reise viele Stunden dauern soll, empfehlenswert ist solche ihre Aufteilung, die eine Nachtpause einlegt wird, was allen an der Fahrt Beteiligten mehr Komfort geben wird.

Autor:

Avionaut-Experte

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